Panel 5 - Milch und Milchprodukte in der Ernährung

Menschen sind die einzigen Lebewesen, die die Milch einer anderen Tierart konsumieren, und sie tun dies auch nach der Stillzeit. Dreiviertel der Erwachsenen dieser Welt vertragen keine Laktose, d.h. sie haben nicht das Enzym, das benötigt wird, um auf das Zucker in der Milch zu wirken (Laktose); das hindert sie daran auf angemessene Art Milch zu verdauen und führt zu mehr oder weniger schweren Krankheiten des Verdauungssystems.

Das Ernährungsprofil von Milch ähnelt dem von Fleisch. Beide Nahrungsmittel enthalten eine ähnliche Menge an Proteinen und gesättigten Fettsäuren. Wie auch Fleisch, enthält Milch keine Ballaststoffe und keine der Hunderte von in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthaltenen phytochemischen Substanzen, die bekanntlich vor Degenerationskrankheiten wie Herzkrankheiten und Krebs schützen. [Goodland2001]

Die Fleisch- und Milchproduktion sind eng miteinander verbunden; das eine kann als Nebenprodukt des anderen gesehen werden. Die Auswirkungen auf die Gesundheit von einem hohen Konsum an Milch und Milcherzeugnissen ähneln denen eines Konsums von anderen tierischen Produkten, wie Fleisch und Schmalz. Auch wenn Milcherzeugnisse mit geringem Fettanteil gesünder erscheinen könnten, wird das Fett, das bei ihrer Produktion entnommen wird, nie verschwendet, sondern im Form von Butter, Sahne, Eis und Fertigprodukten konsumiert, insofern ist ein tatsächlicher positiver Effekt auf die öffentliche Gesundheit gleich null. Heute gibt es nunmehr wissenschaftliche Fakten zur Tatsache, dass Milchprodukte keinerlei Nutzen erbringen, den man nicht auf deutlich bessere Art aus anderen Quellen bekommt, und dass der Konsum davon ernste Risiken mit sich bringt, die zu Krankheit und zum Tod beitragen. [Goodland2001]

Es wird allgemein geglaubt, dass das enthaltene Kalzium die Kuhmilch zu einem wesentlichen Nahrungsmittel macht, um zerbrechlichen Knochen, vor allem bei Kindern, vorzubeugen. Das Problem ist, dass Milch, trotz der Möglichkeit damit Kalzium durch Nahrung aufzunehmen, viele Nachteile hat, besonders der hohe Anteil von gesättigten Fettsäuren. Wie Herr Prof. Walter Willett berichtet, ist " der Konsum von drei Gläsern Milch am Tag gleich zu setzen mit dem Konsum von 12 Scheiben Bauchspeck oder einem Big Mac mit Pommes Frittes." [Willet2001]

Um starke Knochen zu haben, muss man mehr auf den Kalziumverlust als auf die Aufnahme achten. Der Verlust von Kalzium ist ein normaler Prozess, der mit dem Kreislauf von Blut, Urin, Schweiß und Kot auftritt. Dieses Kalzium muss dann von neuem Kalzium, dass von der Nahrung oder den Knochen kommt, ersetzt werden. Einer der größten Faktoren für Kalziumverlust sind Ernährungsstile mit hohem Eiweißgehalt, die dazu beitragen, dass eine größere Menge an Kalzium mit dem Urin verloren wird. Selbstverständlich übertreffen die Ernährungsstile reich an Fleisch und Milcherzeugnissen die empfohlenen Proteinmengen stark. [PCRM1999] Die aus tierischen Nahrungsmitteln aufgenommenen Proteine verursachen außerdem wahrscheinlich einen höheren Kalziumverlust als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln. Das heißt, dass die endgültige Bilanz negativ ist, auch wenn sie reich an Kalzium sind, da es den Knochen entnommen wird, um den Verlust auszugleichen.

Die Häufigkeit von Osteoporose in Ländern mit hohem Verbrauch an Milchprodukten ist ein weiterer Hinweis auf seine Unwirksamkeit bei der Vorbeuge von zerbrechlichen Knochen. Der neue Report der Weltgesundheitsorganisation und der FAO zum Problem Osteoporose zeigt, dass für die meisten Menschen kein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Kalziumzufuhr und einer Minderung des Knochenbruchrisikos besteht. WHO und FAO empfehlen eine höhere Obst und Gemüsezufuhr, um sich eine stabile Gesundheit der Knochen zu garantieren, anstatt sich auf Milcherzeugnisse zu verlassen. [WHO/FAO2002]

References

[Goodland2001]
Goodland R., The Westernization of Diets - The Assessment of Impacts in Developing countries - with special reference to China, DRAFT, 2001

[PCRM1999]
Physician Committee for Responsible Medicine, PCRM. Vegetarian Starter Kit, PCRM, 1999

[WHO/FAO2002]
WHO/FAO, Diet, nutrition, and the prevention of chronic disease. Report of the Joint WHO/FAO expert consultation, 26 April 2002.

[Willet2001]
Walter C. Willett, Eat, Drink and Be Healthy, The Harvard Medical School Guide to Healthy Eating, Simon & Schuster, 2001